Verfasst von Dorothea Oldak.

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Kampfrichterin Mara Braun 

15.11.2019: Ein toller Bericht über Mara Braun, vielen Dank an die Badische Zeitung und vielen Dank an Mara für ihr grossartiges Engagement. Der SBRV ist stolz darauf, dich in unserem tollen Kampfrichter-Team zu haben.

 

Erst 18 Jahre alt und schon Kampfrichterin auf der Ringermatte bei den Aktiven: Mara Braun aus Hausen weiß sich in einer männerdominierten Sportart durchzusetzen und leitet bereits Kämpfe in der Landes- und Verbandsliga.

Die Stimmung wirkt aufgeheizt in der Höllsteiner Wiesentalhalle: Auf der Matte kämpfen die Ringer der WKG Weitenau-Wieslet II und des TSV Kandern energisch um Punkte und Prestige, frenetisch angefeuert von den Fanlagern, die sich rundherum versammelt haben. Und mittendrin auf der Matte: Mara Braun. Die 18-Jährige lässt sich von den Emotionen, dem Trubel im Landesliga-Derby nicht beeinflussen. Was auch eine nicht unwichtige Eigenschaft als Kampfrichterin ist. Die schmächtige junge Frau entwickelt bei ihren 157 Zentimetern Körpergröße geballte Energie und ist immer auf der Höhe des Geschehens, ihre Anweisungen und Zeichensprache sind eindeutig.

Das stellt Braun in der Wiesentalhalle eindrucksvoll unter Beweis. "Zwar waren die meisten Ringer mindestens einen Kopf größer als ich, aber die Leitung der Kämpfe ist mir trotzdem nicht über den Kopf gewachsen", meint sie humorvoll nach dem Kampf, während sie noch das Protokoll überprüft und unterschreibt. Und das bestätigen ihr auch einige Zuschauer, die sich über ihre Kampfrichterleistung anerkennend äußern.

Im Ringen sind Kampfrichterinnen – wie in vielen anderen Sportarten – die Ausnahme. Im Südbadischen Ringerverband ist Braun seit 2017 die jüngste von nur drei Frauen in dem von 29 Männern dominierten Kampfrichterteam. "Mannschafts-Ringkämpfe zu leiten ist mit Sicherheit keine leichte Aufgabe", sagt Braun. Doch sie mag Herausforderungen, "und ich bin mir der Verantwortung bewusst, das Mattengeschehen neutral, vorurteilsfrei und dem Regelwerk entsprechend zu beurteilen", betont die 18-jährige Schülerin, die in Hausen in einer WG wohnt und das ernährungswissenschaftliche Gymnasium in Lörrach besucht.

Vom Ringen war Braun schon früh fasziniert. So tummelte sie sich bereits mit fünf Jahren mit gleichaltrigen Jungs und Mädchen auf den Matten und war bis 2013 eine der erfolgreichsten Punktesammlerinnen im Jugendteam des SV Gresgen. Nach einer Verletzung wechselte sie die Sportart, spielte mehrere Jahre Handball beim HSV Schopfheim. Aber ihre Liebe zum Ringen blieb ungebrochen. Auf Anraten des Kampfrichter-Bezirksobmanns Ralf Schick nahm sie 2016 an einer Versammlung teil und war auf Anhieb Feuer und Flamme für die Ausbildung zur Kampfrichterin. Unter der Aufsicht des Bundesliga-Kampfrichters Thorsten Baumgartner vom TuS Adelhausen durfte Braun im gleichen Jahr die ersten Trainingskämpfe pfeifen und bald darauf dem Kampfrichter Sven Hilser (KSV Tennenbronn) erstmals bei einem offiziellen Kampf assistieren. Mittlerweile leitet sie Rundenkämpfe in der Landesliga und in der Verbandsjugendliga.

"Ich gebe mein Bestes und versuche, mich während der Lehrgänge im Sportzentrum auf dem Herzogenhorn in der theoretischen Regelkunde und deren praktischer Anwendung ständig zu verbessern", erklärt Braun. Nur mit der erforderlichen Kompetenz sei es für sie als Kampfrichterin und Frau möglich, sich während der Kämpfe mit ihren Entscheidungen auch bei den Ringern und beim Publikum Respekt zu verschaffen, erklärt sie. So habe sie erst ein einziges Mal einem allzu ungestüm am Mattenrand protestierenden Trainer die Gelbe Karte zeigen müssen. Natürlich sei sie ambitioniert, als Kampfrichterin in die höheren Klassen aufzusteigen. So werde sie sich nach dem Abitur bei der Bundeswehr bewerben und versuchen, in eine Sportfördergruppe aufgenommen zu werden, die ihr die weitere Kampfrichtertätigkeit ermöglichen würde.

Nach dem Landesliga-Derby schwingt sich Mara Braun trotz leichten Nieselregens auf ihr Mountainbike und radelt von Höllstein an ihren Wohnort Hausen. Denn zu Kämpfen innerhalb des Bezirks benutzt sie immer ihr Fahrrad als umweltfreundliches Fahrzeug.

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Und den Worten des KSV Rheinfelden schließt sich der SBRV sehr gerne an:

Auch bei uns war Mara vom Sv Gresgen schon als Kampfrichterin aktiv. Es wäre schön, wenn sie und ihre Kameraden noch mehr Unterstützung bekommen könnten.

- Aktiv, durch weitere Kampfrichter und

- von Zuschauern, die ihre Ringer anfeuern, statt dem Unparteiischen Vorwürfe und Vorschläge zu machen.

"Rot / Blau passiv" gehört zu dieser Bevormundung und auf Grund des inzwischen nicht einfachen Regelwerks ist das manchmal sogar komplett daneben. Also lieber "Pro Ringer" anfeuern, statt "Kontra Kampfrichter brüllen" für einen Sport, den wir lieben und Ehrenamtliche, die wir schätzen - weil ohne sie der Wettkampf nicht möglich wäre!

2019 Braun Mara

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