Verfasst von Lothar Herzog.

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Südbadische Meisterschaften beim KSV Taisersdorf

02.03.2020:
Der KSV Taisersdorf hat sich sportlich zum 50-jährigen Bestehen ein eigenes Geburtstagsgeschenk bereitet. Als Ausrichter der südbadischen Meisterschaften in der Owinger Sporthalle holte er sich drei Freistil-Meistertitel bei den Männern und den Sieg in der Gesamtwertung.

Die Linzgauer lagen mit 18 Punkten vor dem VfK Radolfzell (13), RKG Freiburg 2000 (11), KSV Hofstetten (9), KSV Appenweier und ASV Urloffen (je 8). Die Landesmeisterschaften litten unter einer nur mäßigen Beteiligung von 39 Teilnehmern. „Diese Anzahl ist natürlich unbefriedigend. Trotzdem danke ich allen, die heute gekommen sind“, sagte Verbandspräsident Martin Knosp (ASV Urloffen) bei der Eröffnung. Die Titelkämpfe hätten zur historischen „Gebrüder-Käppeler-Show“ werden können. Doch während die Lokalmatadoren Marcel und Stefan Käppeler in den Gewichtsklassen 74 kg und 79 kg souverän zum Titel marschierten, musste Patrick Käppeler seinem Trainingsrückstand und Gewichtmachen für die 70 kg Klasse Tribut zollen und verpasste mit Rang vier das Podest.

Mit vier Überlegenheitssiegen schnappte sich Joshua Knosp (ASV Urloffen) den Turniersieg in dieser Gewichtsklasse vor Igor Gruneschow (KSV Appenweier) und Marius Allgaier (KSV Hofstetten). Das einzige echte Finale gab es in der 65 kg Klasse, das Johannes Vögele (SV Gresgen) gegen Nick Gert (VfK Radolfzell) mit 10:0 für sich entschied. Bronze blieb Masi Salahi (RKG Freiburg 2000), der sich im Kampf um Platz drei gegen Amir Abullahi (AC Villingen) mit 12:2 Punkten durchsetzte. Die RKG kehrte trotzdem mit einem Titel in den Breisgau zurück. Für Mihail Lapp war der Weg zum Sieg in der 61 kg Klasse frei, nachdem Valentin Lupu (VfK Radolfzell) beim Stand von 3:6 verletzungsbedingt aufgeben musste. Davon profitierte vor allem Raphael Reis (KSK Furtwangen), der trotz einer 6:8 Punktniederlage gegen Sasha Hinderer (KSV Rheinfelden) Vizemeister wurde.

In der Klasse bis 57 kg fiel die Entscheidung um Gold und Silber im letzten Gruppenkampf, so dass das Duell zwischen Leon Treffeisen (ASV Vörstetten) und Alexander Tonn (SV Eschbach 1967) Endkampfcharakter hatte. Treffeisen kam zu einem Schultersieg. Nach zunächst ausgeglichener Begegnung machte Treffeisen ernst und legte den Ex-Allensbacher auf die Schultern. Ein 10:0 Sieg gegen Nikola-Nino Novivic (KSV Haslach) genügte Tobias Miller (ASV 1885 Freiburg), um Vizemeister bis 74 kg zu werden. Die 86 kg Klasse beherrschte Eduard Frick (KSV Rheinfelden), der mit zwei Schultersiegen zu Titelehren kam. Silber holte sich Claudius Allgaier (KSV Hofstetten) nach einem spannenden 4:3 Sieg gegen Uwe Weißhaar (KSV Taisersdorf).

Um südbadischer Meister der 92 kg Klasse zu werden, musste Thomas Gebhardt (KSV Appenweier) seinen einzigen Rivalen Christian Fehrenbach (KSV Vöhrenbach) zweimal besiegen. Dies gelang ihm jeweils mit 10:0. Auch Marco Martin (KSV Taisersdorf) hatte zweimal gegen Sebastian Hug (ASV 1885 Freiburg) anzutreten, um sich zum Meister der 97 kg Klasse zu küren. Praktisch kampflos, weil ohne Gegner, wurde Steffen Mack (KSV Gottmadingen) Meister im Schwergewicht bis 125 kg.

2020 SBM Taisersdorf

Foto: Der Rheinfelder Eduard Frick (blaues Trikot) schultert Uwe Weißhaar vom KSV Taisersdorf.

RG Lahr holt sechs Jugendtitel

Egal in welcher Stilart: Bei der Jugend geben der VfK Radolfzell und die RG Lahr in Südbaden derzeit den Ton an. Wie schon vor zwei Wochen siegte der Radolfzeller Nachwuchs bei den Südbadischen Meisterschaften in der Gesamtwertung der A-, B- (griechisch-römisch) und C-Jugend (Freistil) mit 68 Punkten vor Lahr (47), TuS Adelhausen (35), TSV Kandern (31), RSV Schuttertal (26) und ASV Vörstetten (20).

Mit insgesamt 167 Teilnehmern waren exakt 20 Jugendringer weniger am Start als bei den vergleichbaren Titelkämpfen vor zwei Wochen in Haslach (wir berichteten). Wer südbadischer C-Jugendmeister im freien Stil werden will, muss am häufigsten einen Ringer der RG Lahr besiegen. In dieser Altersklasse stellten die Lahrer allein vier der zehn Meister. Sie lagen in der Vereinswertung mit 32 Punkten vor Radolfzell (28) und Urloffen (15).

Gut verteilt sind die Kräfteverhältnisse bei der B-Jugend. Neun Titel wurden hier vergeben, die sich acht Klubs unter sich aufteilten. Nur der KSV Haslach war zweimal erfolgreich, lag aber in der Vereinswertung mit 17 Punkten hinter TSV Kandern (21) und Radolfzell (23) auf Rang drei. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der A-Jugend. Je zweimal stellten VfK Radolfzell, TuS Adelhausen und die RG Lahr einen Meister und lagen in dieser Reihenfolge in der Vereinswertung mit 17, 16 und 15 Punkten sehr eng beieinander.

Das große Plus des VfK Radolfzell ist, dass er in beiden Stilarten und in allen drei Jugendaltersklassen etwa gleichmäßig stark besetzt ist. Das erreicht kein anderer Verein im Verband zurzeit auch nur annährend, weshalb eine Wachablösung an der Spitze noch eine ganze Weile andauern dürfte. Betrachtet man die Landesmeisterschaften bei der Jugend nicht nach Austragungswochenende, sondern getrennt nach Stilart, ergibt sich ein kaum anderes Bild. Im freien Stil liegt Radolfzell mit 62 Punkten vor Lahr (59), Adelhausen (40), Kandern (36), Schuttertal (27) und Vörstetten (25). Im griechisch-römischen Stil rangieren hinter Radolfzell (67) Urloffen (51), Lahr (39), Tennenbronn (31), Adelhausen (26) und RKG Freiburg 2000 (23). Auch hinsichtlich der Teilnehmerzahlen kann den Bodensee-Ringern (noch) niemand das Wasser reichen. Sie schickten bei der Jugend in beiden Stilarten insgesamt 40 Ringer auf die Matte. Mit großem Abstand folgten Adelhausen (29), Kandern (29), Lahr (25), Appenweier und Urloffen (je 20). Ergebnisse siehe Ligadatenbank.

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