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Trauer um Fritz Sälinger

21.03.2018: Der SBRV erhielt die traurige Nachricht, dass Fritz Sälinger verstorben ist. Wir trauern um Fritz, der all seine Tatkraft, Energie und sein Herz nicht nur dem Kraftsportverein Appenweier, sondern auch der Bezirksarbeit gewidmet hat. 18 Jahre war Fritz Rechtsausschuss-Vorsitzender im Bezirk II. Auf unzähligen Bezirks- und Südbadischen Meisterschaften war er anzutreffen und unterstützte den Bezirk tatkräftig.

Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden sowie den Vereinskameraden des KSV Appenweier. Die Beerdigung findet am 27.03.2018 um 14.30 Uhr in der Kirche in Appenweier statt. Ruhe in Frieden, lieber Fritz.

Gerne veröffentlichen wir zum Gedenken ein Interview, das 2014 von Steffi Rohn auf Baden-Online veröffentlicht wurde: 

Fritz Sälinger, dieser Name fällt zwangsläufig, wenn man an den Kraftsportverein (KSV) Appenweier denkt. In Durbach aufgewachsen, absolvierte Sälinger in Offenburg die Ausbildung zum Straßenbauer. Dass ihn diese Arbeit schließlich auch zum KSV führen würde, das ist einer jener berühmten Zufälle, die das Leben schreibt. Bei Straßenbauarbeiten in Nesselried lief ihm nämlich 1957 ein Mädchen aus Appenweier über den Weg. Karolina Kornmeier und Fritz Sälinger wurden ein Paar. Einige Zeit später, am 1. Mai 1958, nahm ihn der zukünftige Schwager mit zum Rheinfest nach Altenheim. »Dort waren die Ringer vom KSV, bei denen auch mein Schwager Mitglied war. Die haben mich von Anfang an begeistert«, erinnert sich der Pensionär. Sie begeisterten ihn so sehr, dass Sälinger im Spätjahr selbst Mitglied wurde.

17 Jahre ganz oben

»Damals herrschten magere Zeiten«, erzählt er, »der Vorsitzende verstarb plötzlich und wir waren eine Zeit lang ohne Führung.« Keine zwei Jahre später nahm Sälinger den verantwortungsvollen Posten des ersten Mannschaftsführers wahr. Und das sehr bald mit großem Erfolg: In den 20 Jahren seiner Amtszeit führte er die erste Mannschaft in die Landesliga (1969/70) und vier Jahre später sogar in die südbadische Oberliga. »Wir waren 17 Jahre lang ununterbrochen in der Oberliga.« Da klingt berechtigter Stolz mit.
»1962 kaufte ich mein erstes Auto, und das packten wir immer voll, wenn es an den Wochenenden zu Wettkämpfen nach Freiburg, Baden-Baden oder Rastatt ging«, erinnert sich der Pensionär, als wäre es gestern gewesen. Aber für dauerhafte sportliche Erfolge sind strukturelle Voraussetzungen nötig. Und genau da packte Sälinger ab 1975 auch an.

Die alte Kraftsporthalle, die als ehemalige Arbeiterbaracke keine Heizung hatte, dafür aber mit störenden Pfosten ausgestattet war, wurde komplett neu gebaut. Nicht nur die Organisation nahm der geschickte Praktiker in die Hand. Sälinger war stets auch der Erste und der Letzte auf der Baustelle. »Nach der Arbeit hieß es, zum Bau und weitermachen. Meist waren wir bis ein oder zwei Uhr nachts dort«, erinnert er sich. So ging es praktisch ein Jahr lang, bis die neue Halle im Wesentlichen stand.

Auch auf Vorstandsebene

Seit 1985 prägte Sälinger den Verein auch auf Vorstandsebene – insgesamt 27 Jahre lang. Bis er im Jahre 2006 zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde und den Vorsitz an Martin Bär abgab, lenkte er die Geschicke des Vereins mit viel Fachwissen und unermüdlichem Engagement. Auch heute noch verpasst er nie einen Auswärtskampf und ist gern gesehener Gast beim KSV. »Ich werd’ als bald nicht fertig mit Hände schütteln«, schmunzelt Sälinger. Im »jugendlichen« Alter von 75 Jahren begann Sälinger 2011 sein jüngstes Projekt: Der erfahrene Bauherr musste viele Gespräche mit dem Badischen Sportbund führen, um die Finanzierung für die Modernisierung der Halle auf die Beine zu stellen. Natürlich gelang ihm auch dies. Toilettenanlagen, Küche und Lagerräume konnten erneuert werden.

2018 Fritz SaelingerNeben dem jahrzehnte-langen Engagement im KSV war Fritz Sälinger auch auf gemeindepolitischer Ebene aktiv. Von 1980 bis 2007 war er Mitglied im Gemeinderat und Bezirksbeirat. »Wenn es um bauliche Dinge ging, war mein Rat immer gefragt«, erzählt er. Auch als Fraktionssprecher und zeitweise als Bürgermeister-Stellvertreter war der nimmermüde Kraftsportler gefragt.

Inzwischen sind die unermüdlichen Leistungen des mittlerweile 77-jährigen Fritz Sälinger auch hochoffiziell anerkannt: Am 12. Januar bekam er beim Neujahrsempfang der Gemeinde die Bürgermedaille verliehen. Und zwischenzeitlich hatte sich Sälinger einer ganz anderen, ganz persönlichen Aufgabe mit der Kraft gewidmet, die jedes seiner Engagements auszeichnet. In den vergangenen Jahren kümmerte er sich liebevoll um seine kranke Ehefrau, die vor wenigen Wochen verstorben ist. Da blieb nicht mehr viel Zeit für anderes. Ein bisschen Rad fahren allenfalls und natürlich sein Hund Bella. Langsam wird es Zeit, Gassi zu gehen. Das spürt auch Bella. Freudig springt sie aus ihrem Körbchen und hüpft an Herrchen hoch. Fritz Sälinger greift sich die Hundeleine und dann geht es hinaus an die frische Luft.

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