2019 Abschied von Winfried Schubert

Winfried Schubert scheidet aus Präsidium aus

Winfried Schubert wurde beim Verbandstag 2019 unter großem Applaus zum Ehrenmitglied des SBRV ernannt. Wie Winfried Schubert überhaupt zum Ringen kam, welche Ämter er in seiner Laufbahn inne hatte und warum er nun nach Thailand auswandert ... dazu befragte ihn Dorothea Oldak.

 

Doro: Lieber Winfried, heute ist der 10. Mai 2019 und für Dich war es Dein letzter Verbandstag des SBRV. Es ist so weit und Du kehrst Deutschland Ende Mai den Rücken zu, um künftig in Thailand zu leben. Wie bist Du eigentlich zum Ringen gekommen?

Winfried: Ich stamme aus einer Ringsportbegeisterten Familie, Onkel und Vater waren im Schwergewicht in Tennenbronn aktiv und so war der Weg eigentlich vorprogrammiert. Geboren bin ich am 24. August 1955 in Tennenbronn, mein Eintritt in die Ringerlaufbahn begann 1963. Den letzten Kampf bestritt ich 1997.

Doro: Was waren Deine größten Erfolge?

Winfried: 1974 konnte ich in der Gewichtsklasse bis 100kg den 3. Platz bei der DM Junioren im freien Stil belegen, 1975 wurde ich Deutscher Meister bei den Junioren und 1976 wurde ich Vizemeister im Superschwergewicht bei der DM Junioren.

Doro: Wie begann Deine Funktionärslaufbahn?

Winfried: Der Einstieg begann 1973 beim KSV Tennenbronn als 2. Geschäftsführer. Von 1977 bis 2003 war ich erster Geschäftsführer. Zahlreiche weitere Ämter folgten, so war ich Rechtsausschuss im Bezirk und Staffelleiter in der ARGE von 1995 bis 2011. Als Rechtsausschuss II des SRBV war ich bei zahlreichen DMs und Endrundenkämpfen zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft von 1991 bis 2005 als Schiedsgericht im Einsatz. 2005 wurde ich dann zum Vizepräsident Sport mit Frauenreferat im SBRV gewählt. Von 2009 bis 2017 war ich außerdem auch stellvertretender Frauenreferent des Deutschen Ringerbundes.

Doro: Seit 2005 bis heute warst Du Vizepräsident Sport, was war Dir das Wichtigste in dieser Zeit?

Winfried: Martin Knosp war mein Vorgänger und es waren sicherlich große Fußstapfen, in die ich 2005 trat. Ich habe in meiner Ringerkariere sehr viel erlebt und wollte dem Ringkampfsport etwas zurückgeben. „Länderwertung“ war in meinen Anfangszeiten als Offizieller des Verbandes bei Deutschen Meisterschaften das bestimmende Wort. Wenn die gewonnen wurde, war alles ok und hat alles andere in den Schatten gestellt, vieles überdeckt.

Für mich ist immer noch eine gute Jugendarbeit, ein gut funktionierendes Vereinsgefüge, gut ausgebildete Trainer am BSP Freiburg und in den Vereinen sowie ein harmonisch mit den Vereinen zusammenarbeitendes Präsidium das Allerwichtigste. Es funktioniert nur gemeinsam – Alleinunterhalter verschwinden früher oder später wieder – hoffentlich ohne allzu großen Schaden anzurichten.

Doro: Gibt es in Deiner Zeit im Präsidium des SBRV besondere Highlights, die Dir unvergessen bleiben?

Winfried: Ein Highlight für mich mit zwiespältigen Gefühlen war der Einsatz im Wettkampfbüro bei der Weltmeisterschaft der Veteranen in Freiburg. Bemerkenswert neben den sportlichen Leistungen der Sportler, das Auftreten der damaligen Funktionäre des Weltverbandes und die Schlacht am Buffet beim Abschlussbankett. Nicht missen möchte ich die unzähligen DM Titel bei den Deutschen Meisterschaften in allen Altersklassen oder auch die internationalen Erfolge im Frauenbereich durch unsere Sportlerinnen Neumaier, Weinauge, Brugger, Wendle und Riesterer. Vermissen werde ich bestimmt auch das Trainingslager über Ostern in Helsingborg mit den Mädels. Doch auch insgesamt die Arbeit im SBRV und die dadurch entstandenen Freundschaften, das gemeinsam Erreichte und viele schöne Ausflüge werden mir immer sehr positiv in Erinnerung bleiben.

Doro: Du hast viele Reisen in Deinem Leben gemacht, hast viel von der Welt gesehen und hast Dich nun für Thailand entschieden. Das südostasiatische Thailand ist bekannt für tropische Strände,
opulente Königspaläste, alte Ruinen und reich verzierte Tempel mit Buddhafiguren. Was ist für Dich das Besondere an Thailand?

Winfried: Das Klima, die freundlichen Menschen und der Zusammenhalt in den Familien sind etwas ganz Besonderes. Bewundernswert ist auch die starke Bindung der Bevölkerung zum Buddhismus. Ein weiterer wichtiger Punkt ist sicherlich auch die Kaufkraft des Euro gegenüber der einheimischen Währung.

Doro: Ich habe gelesen, dass es in Thailand auch Kampfkünste gibt, die unter anderem Krabi Krabong und Muay Thai Boran heißen. Hast Du Dir schon mal Kampfsport in Thailand angeschaut?

Winfried: In Bangkok und Pattaya habe ich mir schon Kämpfe im Thaiboxen angeschaut, die Einheimischen sind da sehr begeistert – ich bin noch kein so großer Freund davon.

Doro: Der SBRV verändert sich. Du gehst fort und in den kommenden Jahren werden einige Präsidiumsmitglieder auf Grund ihres Alters und ihrer sehr langen Verbandsarbeit ihr Amt niederlegen, was wünscht Du dem SBRV bzw. dem Ringen für die Zukunft?

Winfried: Die nächsten Jahre werden gravierende Veränderungen im Präsidium mit sich bringen. Eine ganze Ära von verdienten Funktionären im Bezirk und Verband wird aus ihren Ämtern ausscheiden. Dieser Personenkreis hat den Verband in den letzten Jahren zu dem gemacht, was er heute ist. Geeignete Nachfolger zu finden wird sicherlich eine Mammutaufgabe und sicherlich nicht reibungslos ablaufen.

Vorgaben von Seiten des Dachverbandes und die finanzielle Ausstattung von Seiten der Politik oder auch das Thema Geburtenrückgänge machen die Aufgaben nicht unbedingt leichter. Positive wie negative Beispiele aus anderen Landesorganisationen sollten zu denken geben. Neue Präsidiumsmitglieder haben andere Ideen und Vorschläge und dies sehe ich auch als Chance, den Ringsport in Südbaden weiter zu entwickeln. Ein ehrlicher und konstruktiver Umgang innerhalb des Präsidiums und mit den Vereinen wird weiterhin erforderlich sein, um das Ringen in Südbaden voranzubringen. Dafür wünsche ich dem SBRV viel Erfolg und auch wenn Thailand fast 9.000km von Deutschland entfernt ist, so werde ich sicherlich die Arbeit des Verbandes verfolgen.

Doro: Beim heutigen Verbandstag hat das Präsidium Dich als Ehrenmitglied vorgeschlagen, die Versammlung hat Dich einstimmig und unter großem Applaus gewählt. Hast Du damit gerechnet? Was bedeutet Dir das?

Winfried: Nein, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet, ich war sehr überrascht und auch sehr berührt. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir der heutige Abend nicht nahe geht. Meine Entscheidung, Deutschland zu verlassen ist das eine, doch natürlich fällt der Abschied auch schwer. Umso mehr hat es mich gefreut, heute so geehrt zu werden.

Doro: Lieber Winfried, vielen lieben Dank für Deine Antworten. Mir persönlich bleibt am Ende nur zu sagen: „Wow, 1963 zum ersten Mal auf der Matte, bestimmt die Sportart Ringen nun seit 56 Jahre Dein Leben und davor kann man nur den Hut ziehen. Deine stets ruhige und freundliche Art wird mir fehlen. Egal, wo Du unterwegs warst, warst Du der perfekte Foto- und Informationslieferant, was mir meine Arbeit rund um die Öffentlichkeitsarbeit oft sehr erleichtert hat.

Im Namen des gesamten Präsidiums gilt Dir unser herzlicher Dank für all Dein Tun. Von ganzem Herzen wünschen wir Dir alles erdenklich Gute für den neuen Lebensabschnitt in Thailand. Mögen all Deine Wünsche in Erfüllung gehen und vor allem … bleib gesund und munter und wer weiß, vielleicht führt uns ein Präsidiumsausflug ja auch mal nach Thailand !“ Es war uns eine Ehre - servus, machs gut!

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