1023 Ringerinnen und Ringer aus 95 Nationen gingen vom 16. bis 24. September in Belgrad / Serbien bei der Weltmeisterschaft auf die Matte, unter ihnen 25 Weltmeisterinnen und Weltmeister aus dem Vorjahr und alle mit dem großen Ziel, sich einen der 90 Qualifikationsplätze für die olympischen Spiele 2024 in Paris zu erkämpfen. Platz 1, Platz 2, sowie die zwei 3. Plätze erhielten automatisch ein Ticket für Paris, die beiden 5. Plätze mussten abends um 21.00 Uhr nach einem langen Tag nochmals gegeneinander antreten, um das letzte Ticket in ihrer Gewichtsklasse auszukämpfen.

Für Südbaden gingen Annika Wendle (53kg), Elena Brugger (59kg), Kevin Henkel (70kg), Lars Schäfle (86kg) und Peter Öhler (97kg) auf die Matte. Zahlreiche deutsche Fans waren ebenfalls vor Ort.

Zunächst gingen die Freistiler an den Start. Lars unterlag in der Quali nach einem guten Kampf hauchdünn dem Chinesen Lin Zushen mit 3:4 Punkten, Kevin war gegen Mustafo Akhmedov aus Tadschikistan mit 8:0 chancenlos. Da beide Gegner nicht ins Finale kamen, war für Lars und Kevin die WM leider nach nur einem Kampf vorbei.

Bei den Frauen zeigte sich Elena in sehr starker Form und zog verdient in das kleine Finale um die Bronzemedaille ein, nachdem sie die Türkin Ozturk (10:0), die Tunesierin Bouseta (12:1) und die Kasachin Kayumova (11:0) allesamt deutlich besiegte. Im Kampf um den Einzug ins Finale unterlag sie der starken Ukrainerin Tkach. Im Kampf um Bronze unterlag Elena dann leider knapp der Norwegerin O. Hoeie nach Punkten und beendete das Turnier als 5. Weltmeisterin. Herzlichen Glückwunsch Elena.

Annika bekam es in ihrem ersten Kampf mit der Mexikanerin Marti zu tun. In einem Kampf mit vielen Aktionen auf beiden Seiten und zwei Ringerinnen auf Augenhöhe unterlag Annika leider mit 10:16. Da ihre Gegnerin bereits im nächsten Kampf verlor, war für Annika die WM beendet.

Im griechisch-römischen Stil startete Peter in den Wettbewerb. Sein erster Gegner war der Kubaner Alejandro Rosillo Kindelan, den irgendwie keiner so wirklich auf der Rechnung hatte, der Peter jedoch mit 9:1 überraschend hoch besiegte. Zu dem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass der Kubaner am Ende Weltmeister werden sollte. Durch seinen Einzug ins Finale bekam Peter die Chance auf die Hoffnungsrunde. Im nächsten Kampf sollte ihm der Russe Artur Sargsian gegenüberstehen, da der sich jedoch zuvor den Ellenbogen ausgekugelt hatte, trat er nicht mehr an und Peter gewann kampflos. Im nächsten Kampf lieferten sich Peter und der Usbeke Rustam Assakalov ein ebenbürtiges Match, das Peter mit 5:3 für sich entscheiden konnte. Nun hieß es Daumen drücken, noch ein Sieg und Peter würde ins kleine Finale einziehen. In einem Kampf auf Augenhöhe folgte dann die bittere Niederlage mit 5:7 Punkten gegen den Weißrussen Abubakar Khaslakhanau. 7. Weltmeister – ein großartiger Erfolg, wenn man sich die Teilnehmerliste anschaut und dennoch leider auch eine verpasste Chance auf das ersehnte Olympia-Ticket.

Am Ende sicherte sich Japan insgesamt 10 Olympiatickets, die USA und der Iran jeweils sieben, Deutschland freute sich über die Bronze-Medaille von Anastasia Blayvas (keine olympische Gewichtsklasse) und das völlig verdiente und hart erkämpfte Olympiaticket für Luisa Niemesch vom SV Germania Weingarten, sie trainiert auch am Olympiastützpunkt in Freiburg. Herzlichen Glückwunsch aus Südbaden.

Im April und Mai 2024 finden noch zwei Qualifikationsturniere in Istanbul und Baku statt, die letzten Chancen auf ein Olympiaticket. Unsere Daumen sind für das #teamsiegbaden und natürlich auch für das gesamte deutsche Team gedrückt, verbunden mit der Hoffnung, dass die ein oder andere Fahrkarte nach Paris noch gelöst werden kann.
Mittwoch, Mai 22, 2024

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